Besuch bei der BZ München
Interessefeld Betrieb des SBV besuchte die Betriebszentrale der Deutschen Bahn in München. Die Teilnehmenden nutzten diese Reise gleichzeitig für einen aufschlussreichen Austausch mit dem Leiter der Gewerkschaft Deutscher Bahnangestellten. Viele bahntechnische und personalpolitische Erkenntnisse, und einen Hauch des Charmes von München haben die Teilnehmenden mit nach Hause genommen.
Die BZ München ist in einem dreistöckigen, von einem Schweizer Architekten erbauten Rundgebäude. Die Grösse dieser BZ ist beeindruckend – total gibt es rund 280 Arbeitsplätze. Die Bahn sieht in der Verzahnung der Betriebssteuerung und Disposition - künftig sollen die dort Beschäftigten «Zuglenker» heissen - grosse Vorteile. DB Netz hat in diesem Gebäude rund 100 Arbeitsplätze, verteilt auf 62 Fahrdienstleiter BZ, 15 Plätze für Netzdisposition sowie 22 Arbeitsplätze Ansage, Energie und Entstörung. Dazu kommen noch rund 40 Arbeitsplätze verteilt auf die EVU der DB: DB Fernverkehr, DB Regio Bayern, DB Region S-Bahn und DB Schenker Rail. Zukünftig sollen weitere EVU-Arbeitsplätze in die BZ verlagert werden.Weitere rund 40 Arbeitsplätze sind auf diverse Fachdienste verteilt.

Im Nebengäude der Reichelstrasse sind weitere rund 2000 Arbeitsplätze der DB Verwaltung untergebracht:
- Centerebene: DB Netz Netzdisposition; 1. OG: DB Entstörung, Energie, Station/Service und Leitstellen der EVU
- Erdgeschoss: Fahrdienstleiter BZ und Zugdisponenten
- Untergeschoss: DB Netz Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikationstechnik und Energieversorgung
Die Aufgaben der Bereichsdisponenten (Bereich Süd 3300km, Bereich Nord 2400km) sind:
- Belegung von Fahrplänen für kurzfristige Umleitungen, Ersatzzüge und Hilfszugeinsätze
- Zusammenarbeit Servicecenter Sonderfahrplan Trassenmanagement
- Verspätungskodierung, Störfallerfassung und
- Ansprechpartner für die Leitstellen der EVU (das Netz der BZ benutzen rund 300 EVU)
Bereiche der Zugsdisponenten

Die BZ München ist in 7 Bereiche unterteilt:
- München
- Augsburg
- Treuchtlingen
- Nürnberg/Ingolstadt
- Würzburg
- Rosenheim (zeitweise)
- Regensburg (zeitweise)
Es sind Total ca. 1 800 km zugdisponierte Strecken.
Ihre Aufgaben sind:
- Dauerndes Überwachen des Betriebsablaufes, Verspätungskodierung
- Vorausschauendes, aktives Eingreifen bei Abweichungen vom Fahrplan
- Sicherstellen eines flüssigen Betriebsablaufs bei Störungen, Störfallerfassung
- Bedienen des Zugsfunks
Steuerung des Zugsbetriebs am Standardarbeitsplatz
Der Standardarbeitsplatz der Zugdisponenten ist mit durchschnittlich acht Bildschirmen ausgerüstet:
- Bereichsübersicht mit einer Darstellung des Stellbereiches. Die Meldeanzeigen sind vereinfacht dargestellt, es können keine Hilfsbedienungen vorgenommen werden; es werden die Zugfahrstrassen hergestellt.
- Die Bahnhofslupe stellt die Gleis- und Signalanlagen eines Bahnhofs elementgenau inkl. Detailangaben dar. Hier werden auch die Hilfshandlungen durchgeführt.
- Durch ein hinterlegtes Fahrplanprogramm wird der Betriebsablauf weitgehend automatisiert, dies ist die Funktion «Zuglenkung». Es entlastet den Zugdisponenten von Regelbedienungen und ist die Schnittstelle zum «steuernden Durchgriff».
Weiterentwicklung der BZ-Technik
Der «steuernde Durchgriff» ist die automatisierte, unmittelbare und schnelle Umsetzung der Dispositionsentscheidungen in die Zuglenkung. Telefonische Anweisungen an den Fahrdienstleiter entfallen. Die BZ-Fahrdienstleiter üben im Regelfall eine beobachtende Tätigkeit aus und steuern lediglich Rangierfahrten. Sie greifen nur bei Störungen in die Steuerung der Zugfahrten ein.
Elektronische Stellwerke mit BZ-Bedienung
- 17 Elektronische Stellwerke in 9 Steuerbezirken
- 30 Bedienplätze für Fahrdienstleiter
- 600 Kilometer direkt aus der BZ gesteuert (entspricht rund 20% der Streckenlänge des Fernverkehrs- und Ballungsnetzes)
Elektronische Stellwerke dezentral
- 14 Elektronische Stellwerke mit örtlicher Bedienung
Entwicklungsstand bis 2014

Erweiterung/Übernahme vorhandener elektronischer Stellwerke:
- ESTW Plattling, Gessertshausen, Mering, Petershausen, Kronach
- Neubau weiterer elektronischer Stellwerke
- ESTW Fürth (Bayern) , Pasing und München Südwest
