Frühjahresversammlung Region Bern
Manfred Schaffer, Leiter der SBV-Region Bern, konnte 24 Mitglieder sowie die beiden Gäste Danni Härry, Leiter der SBB-Medienstelle, und Ueli Hänni, Sekretär der VPV-Sektion Bern, zur Frühjahrsversammlung begrüssen.
Zentralpräsidentin Jacchini bei der Basis
Die üblichen Sektionsgeschäfte, d.h. Abnahme des Protokolls der Herbstversammlung, Jahresbericht 2009, Jahresrechnung 2009 gaben nichts zu reden und wurden einstimmig genehmigt.
Markus Brand und Andreas Gobeli konnten für 40 Jahre Mitgliedschaft im SEV geehrt werden. Hélène Iff, Antoinette Wohlwend und Paul Müller gingen in Pension. Leider waren alle diese Kolleginnen und Kollegen am Besuch der Versammlung verhindert.
Aus dem IF Betrieb informierte unsere Zentralpräsidentin
Elisabeth Jacchini. Durch die Zentralisierung der Betriebsführung in den Betriebszentralen
werden bekanntlich auch Arbeitsplätze verschoben, mit direkten Auswirkungen
aufs Personal. So wurde auch eine Liste mit Massnahmen und Forderungen erstellt,
damit die Attraktivität des Berufes des ZVL gehalten werden kann. Die Leitung
B hat zwar zugesichert, 4 Felder dieser Liste weiter zu verhandeln, die an
und für sich die meisten Begehren abdecken. Das erste Angebot, das jetzt eintraf,
ist aber nur wenig mehr als der GAV vorsieht! So ist der Spruch von der SBB
als erstklassigem Arbeitgeber nur eine hohle Parole und die Wertschätzung der
Mitarbeiter klein geschrieben. Die Jobs bei der Betriebsführung sind zwar interessant,
aber bezüglich Sozial- und Familienleben mit grossen Einschränkungen verbunden.
Sie werden auch so anforderungsreich und stressig, dass man sie nicht mehr
ein Leben lang ausüben kann! Die SBB muss aufpassen, dass sie nicht in die
demographische Falle tappt: plötzlich sind zu viele Arbeitnehmer pensioniert
oder gehen von sich aus weg, ohne dass Nachwuchs da ist!
Matthias Sterchi (SEV-Young) verweist erneut auf die Problematik der Anstellungen unter Tiefstwert. Gespräche dazu haben zwischen SEV und SBB stattgefunden, über Ergebnisse ist noch nichts bekannt.
Elisabeth Jacchini und Mathias Schmid vom IF Vertrieb verweisen auf die vom SBV durchgeführte Online-Umfrage über die Befindlichkeit des Verkaufspersonals. Die Resultate sind auf unserer Homepage SBV-Online zu finden. Es ist ganz klar ersichtlich, dass Handlungsbedarf besteht, angesichts der Tatsache dass rund 50 % der teilnehmenden Personen eine schlechte Befindlichkeit in der beruflichen Situation angeben und zwischen 75 und 90 % je nach Region keine beruflichen Perspektiven im Verkauf sehen. Dies deckt sich auch mit der Umfrage der Personalzufriedenheit der SBB, die stichprobenmässig erfasst wurde. Zwar stieg dort die Zufriedenheit bei P um 3 Punkte, wie bei SBB insgesamt, aber bei P-VS ist sie um 6 Punkte gefallen. Dies hat aber die Leitung von P-VS auch gemerkt und sucht von sich aus das Gespräch mit dem SBV! – Ein weiteres Feld in Bern bei dem wir aktiv sind und bleiben werden ist die Neugestaltung der Verkaufsanlagen P in Bern!
Bezüglich PK informiert Mani Schaffer, dass da schon vieles hinter den Kulissen läuft, sowohl beim SEV als auch bei den SBB. Solange noch nicht bekannt ist, wann welcher Rat die Vorlage behandelt sind weitere Aktionen nicht möglich. Aus dem IF PeKo informiert ebenfalls Mani Schaffer dass die Dienstfahrzeuge bei INT mit einem GPS-System ausgerüstet werden sollen. Die PeKo wird sich dafür einsetzen, dass dies nicht geschieht, damit der Mitarbeiter noch ein gewisses Mass an Privatsphäre geniesst und hier nicht auch noch dauernd seine Präsenz überwacht wird!
Die SBB beklagen sich über ein nicht mehr aktuelles Lohnsystem und möchten es ersetzen. Das Projekt TOCO (Total Compensation) läuft und ist voll in der Verhandlungsphase. Es wirft einige Fragen auf, auch politischer Art! Wir stehen diesem Projekt kritisch gegenüber und haben eine Resolution zuhanden des SEV erarbeitet. Sie wird mit einer Enthaltung angenommen.
Danni Härry, seit 2001 Medienchef der SBB und noch bis August
dieses Jahr im Amt, zeigt uns die Aufgaben der Medienarbeit der SBB auf.
Die Medienstelle ist ein Mittler zwischen der schnelllebigen Medienwelt und
der «langsamen» SBB mit langen Planungsfristen z.B. bezüglich Infrastruktur
oder Rollmaterial.
Auf der einen Seite steht die Medienwelt mit immer mehr, schnelleren, heterogeneren und präsesenteren Medien, nicht nur TV, Radio und Zeitungen sondern auch Internetportale, Lokalradio und –Fernsehen buhlen um die aktuellsten News. Das einzige, was abnimmt bzw. was nicht mehr vorausgesetzt werden darf, ist Sachkompetenz. Auf der anderen Seite ist die SBB-Welt, die immer komplexer, vernetzter und effizienter wird und auch immer mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit ist und somit ein grösserer Kommunikationsbedarf herrscht. Aus diesem Grunde wächst die Intensität der Beziehungen zwischen den SBB und den Medien.
Danni Härry erwähnte auch (für uns nicht ganz unerwartet) eine Korrelation zwischen Nichtwissen bzw. weniger Sachkompetenz und aggressivem Auftreten. Werden von den Medien Falschmeldungen bzw. Un- oder Halbwahrheiten verbreitet, hilft eine Gegendarstellung nichts. Die SBB lässt sich aber nicht alles bieten und die Medienstelle lässt in solchen Fällen den Journalisten über die Redaktionen auf die Finger klopfen, was eine präventive Wirkung hat. Am liebsten sind Life-Auftritte, da in diesen Fällen eine Manipulation schwieriger ist, als bei Mitschnitten.
Die Medienstelle ist immer erreichbar, die sieben Pressesprecher sind pikettmässig
organisiert und die brisanten und wichtigen Anfragen werden meistens am Freitagabend
getätigt für die Primeurs in den Sonntagszeitungen…
Die Kommunikation soll sachlich, offen und transparent und rasch erfolgen, damit wir glaubwürdig bleiben und so Verständnis, Vertrauen und Sympathie aufbauen können. Und, nicht zuletzt, besonders in Krisenfällen hat die Medienarbeit eine hohe Priorität!
Die Medienstelle hat übrigens keine quantitativen Ziele bezüglich Anzahl Artikel/Seiten und die Mediensprecher leisten auch gute Arbeit wenn sie z.B. schlecht recherchierte Artikel oder gar Falschmeldungen verhindern können.
Eine angeregte Diskussion, bei der natürlich auch der Unterschied der SBB, wie wir sie erleben und wie wir sie aus der Sicht der Medien wahrnehmen ein Thema war, rundete das interessante Referat ab.
